Allgäuer Zeitung v. 02.03.2009

Der Bürgermeister neppt sogar den Sensenmann
Bockbierfest - Viele Lacher begeistern in Wiggensbach die Besucher
Wiggensbach (mr) «Dr Boindlkramer» war am Wochenende in Wiggensbach und wollte dort den Bürgermeister aus dieser Welt abberufen. Doch der wehrte sich geschickt, lullte den schwarzen Gesellen mit Alkohol ein und machte ihm klar, dass er den Wiggensbachern noch «mindestens 50 Jahre erhalten bleiben» müsse. Einer von vielen Lachern, über die sich bei zwei Bockbierfesten die insgesamt 600 Besucher köstlich amüsierten.


Vor allem jetzt müsse er noch bleiben, meinte der Wiggensbacher Rathauschef (Darsteller: Klaus Maier), wo er doch eine neue Hüfte und eine neue Freundin habe - und neue Projekte wie den Badesee in Haggen realisieren wolle. Dem musste sich der Totenmann (Wolfgang Steinhauser) schließlich geschlagen geben- wie auch so häufig die Gemeinderäte in den Sitzungen, hieß es an dem Abend mehrfach.

Harald Mäser besorgte den Anstich und damit «zuerst mehr Milch als Bier», wie seine Gäste unkten. Doch der umtriebige Kapitel-Wirt ließ sich nicht einmal durch die anschließenden «Österreicher-Witze» aus der Ruhe bringen. Hochstimmung brandete im Kapitel-Saal auf, als einmal mehr der «Wiggensbacher im Himmel» polterte: Georg Weixler ließ kaum einen dörflichen Schwank aus. Er bedauerte den Liftabbau und ging auch auf die «Märchenwaldfiguren» in Sachen Lebensmittelversorgung ein.

Zwecks touristischer Attraktion schlug Weixler eine Rennstrecke um die Kerngemeinde vor. Streckenabschnitte könnten Heribert-Guggenmos-Schikane oder Gebhard-Kaiser-Tunnel heißen.

Der Kaiser als Abwrackprämie?

Der Landrat sei als Nachfolger von Wirtschaftsminister Glos im Gespräch gewesen, so Weixler. Doch dafür habe «der Gebhard» zu wenig Vornamen und zu viele Jahre auf dem Buckel, im Übrigen habe man einen Juristen und keinen Käser gewollt. «Der Kaiser soll lieber Landrat bleiben, bevor er woanders vielleicht als Abwrackprämie herhalten muss», so Weixler.Den Kopf schüttelte Weixler über den «Hudez». Das örtliche Unternehmen baue eine große Werkshalle statt wie andere zu jammern und staatliche Hilfen zu kassieren, schmunzelte der Spötter.

Fledermausplage

Was gabs sonst noch so alles? Musikalische Leckerbissen, für die Rolfs Ladykracher samt Musikkapelle verantwortlich zeichneten. Oder «Heilige Drei Könige», die Buchenbergs Loipen lobten und Hochwürdens Rezept gegen die Fledermausplage: «Die Viecher taufen, Kommunion und Firmung spenden - und dann kommt auch bei den Menschen fast niemand mehr.»

Ein Reiseunternehmer und örtlicher «Turnkaiser» musste sich von einer älteren Dame die Schau stehlen lassen. Andere Herren mäkelten an der Handhabung der «Brunz-Rinne» herum. Und als ob all dieses das Zwerchfell nicht schon ausreichend massiert hätte, setzten die beiden Moderatoren Robert Weber und Ludwig Altweck noch deftige Sprüche oben drauf.

Restkarten für die beiden Wiederholungen am 6. und 7. März gibt es unter Telefon 08370/ 84 88.